Dein Ostfriesland | Wiehnachtstied 2023
2023
23/32
© Uwe Jelting / pixabay

Ostfriesen mögen es zum Jahreswechsel Süß-Salzig

Speckendicken haben in der Region eine lange Tradition

Traditionen und Bräuche sind schon etwas Schönes. Sie leben davon, von Generation zu Generation weitergetragen zu werden und zeigen die komplette, bunte und regionale Vielfalt eines Landes. So verhält sich das auch mit den Speckendicken, die Pancakes ostfriesischer Art. „Einmal eine luftgetrocknete Mettwurst bitte, die für Speckendicken.“ Zwischen Weihnachten und Silvester sind solche Bestellungen zunehmend an den ostfriesischen Fleischtheken zu hören.  Hier weiß man, welche Mettwurst sich dafür am besten eignet. Wer keine Lust hat, sie selbst zu backen, kann zu dieser Zeit auch direkt fertige Speckendicken kaufen.

Speckendicken sind als eine lokale Spezialität einzustufen. Gerade im südwestlichen Ostfriesland, mit Leer als das Speckendicken–Epizentrum, werden die süß–salzigen Teigwaren am liebsten verspeist. Aber auch in Rhauderfehn, Westoverledingen und dem Rheiderland spielen Speckendicken in der Zeit zwischen den Jahren und zu Silvester und Neujahr eine besondere Rolle. Dort gibt es eine Vielzahl an Speckendicken–Essen, organisiert von Mühlenvereinen oder anderen Institutionen.

Wohl genährt ins neue Jahr

Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß, ein wahres Kraftpaket sind die Speckendicken in der kalten Jahreszeit. Überliefert ist, dass man traditionell am Silvester–Tag bereits früh morgens begann, die Speckendicken zu backen, um sie dann frisch, warm und herrlich duftend mittags oder abends zur Silvesterfeier genießen konnte. Mittlerweile sind sie aber auch ein Essen für die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr geworden.

Der Teig – Was ist drin?

Lokal gibt es da natürlich auch wieder Unterschiede, aber alle haben eine Zutat gemeinsam: Zuckerrübensirup. Er macht den Teig so herrlich süß, malzig und dunkel. Heute besteht der Teig aus Weizenschrotmehl und Roggenmehl, versetzt mit Kardamom und Anis. Ursprünglich verwendeten die alten Ostfriesen Buchweizenmehl für die Speckendicken. Butter, Schmalz, Eier, Milch und Zucker runden den Teig ab. Eine fertige Mehlmischung lässt sich um diese Zeit in vielen Supermärkten der Region finden. Der Teig sollte für 24 Stunden im Kühlschrank ruhen, damit alle Aromen und Gewürze komplett durchziehen können.

Die Toppings – Was ist drauf?

Jetzt kommen die Produkte von der Fleischtheke zum Einsatz, die eingangs schon angedeutet wurden. Traditionell wird luftgetrocknete Mettwurst, fetter oder durchwachsener Speck als Topping auf den Teig gelegt und dann wie ein Pfannkuchen ausgebacken. Natürlich sind aber modernen Interpretationen keine Grenzen gesetzt und so können auch andere salzige Köstlichkeiten für das gewisse Etwas sorgen. Nur eines ist besonders wichtig: Es sollen keine großen platten Pfannkuchen werden. Stattdessen werden eher kleinere, dickere Küchlein aus dem Teig geformt.

von Andreas Unterberg